„Rosalie: Als mein Vater im Krieg war“ von Timothée de Fombelle mit Illustrationen von Isabelle Arsenault. Übersetzt von Tobias Scheffel und Sabine Grebing.

Ab 9  Jahren

 

Frankreich, Winter 1916: Immer schon, seit Rosalie geboren wurde, herrscht Krieg. Sie hat keine anderen Erinnerungen, davor war sie zu klein. Ihr Vater ist an der Front und ihre Mutter arbeitet in der Fabrik. Rosalie darf ausnahmsweise in der Schule bei den Großen sitzen und zeichnen, während ihre Mutter arbeitet. Manchmal bekommt sie Briefe vom Vater, die ihr die Mutter abends müde vorliest, manchmal nichts. Ihre Mutter berichtet von Dingen, die ihr Vater mit ihnen tun möchte, wenn der Krieg vorbei ist. Aber Rosalie mag diese Geschichten nicht. Rosalie hat ein Geheimnis, sie ist ein Soldat. Hauptmann Rosalie. Sie spioniert den Feind aus. Sie hat sich als fünfeinhalbjähriges Mädchen getarnt. Um nicht aufzufallen, trägt sie keinen Helm und keine Uniform. Sie ist auf geheimer Mission und darf sich nichts anmerken lassen. Denn es gibt da etwas, das sie unbedingt wissen muss!

 

Die eindrucksvollen und kunstvollen Illustrationen von Isabelle Arsenault nehmen uns mit ihrem feinen, pointierten Strich und dem spannenden Einsatz von Farbe mit in die graue Welt von Rosalie und unterstützen diese stille Geschichte aus kindlicher Sicht sehr feinfühlig und ausdrucksstark.

 

Ein außergewöhnliches Buch über ein mutiges Mädchen, die große Feinfühligkeit von Kindern und die Suche nach der Wahrheit.


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„Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin: 15 wahre Geschichten gegen Krieg, Gewalt und Machtmissbrauch“ von Heather Camlot illustriert von Serge Bloch

Ab 8 Jahren

Dieses Buch handelt von mutigen, selbstlosen und endlos einfallsreichen Menschen. Menschen, die Zeichen gegen Gewalt, Krieg und totalitäre Machtverhältnisse gesetzt haben, Menschen, die es wirklich gegeben hat.

 

Wir kennen viele Geschichten von Abenteurern, Königen oder Bergbesteigern. Aber sind das wirklich die wahren oder einzigen HeldInnen unserer Zeit? Denn es gibt viele Menschen, deren Namen wir nicht kennen und die dennoch durch ihr Mitgefühl, ihre Selbstlosigkeit und ihren Mut, einen Unterschied zu machen, unsere Welt verändert haben. Dieses Buch erzählt von ihnen, von Helden des Alltags wie Desmond Doss, der sich im zweiten Weltkrieg weigerte, eine Waffe zu tragen und während seiner gesamten Zeit beim Militär keinen einzigen feindlichen Soldaten verletzte oder tötete, dafür aber das Leben von mehr als fünfhundertsiebzig Menschen rettete. Wie eine Abstimmung von Jugendlichen zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages beitrug. Oder davon, wie die Radioshow eines Jugendlichen dazu beitrug, dass Kinder ihre Familien wiederfinden konnten, von denen sie im Krieg getrennt worden waren.

 

Heather Camlot hat 15 Geschichten über wahre Begebenheiten zusammengetragen, die zeigen, dass jeder einen Unterschied machen kann.


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„Politische Kommunikation“ von Christian Delporte mit Illustrationen von Terreur Graphique.

Ab 10 Jahren

 

Ein informatives Comic-Sachbuch für alle, die sich dafür interessieren, was und wie in der Politik gespielt wird. Nicht erst seit Donald Trump weiß man, dass politische Kommunikation eine ernst zu nehmende Angelegenheit ist. Dieses Buch gewährt uns einen Blick in ihr Räderwerk und möchte uns daran erinnern, dass wir als Teil der öffentlichen Meinung ebenfalls an politischer Kommunikation teilnehmen und wie wichtig es ist, sich dessen auch bewusst zu sein. Angefangen mit einem Rückblick in die 30iger Jahre in den USA, wo die Kunst der politischen Kommunikation ihren Anfang nahm, erfahren wir weiter, wie sich daraus eine richtige Industrie rund um politische Beratung entwickelte, lernen unter anderem die Grundregeln der politischen Kommunikation und wie diese im Netz und auf sozial Media Kanälen funktioniert.

 

Der Historiker Christian Delporte liefert uns in diesem Buch eine kluge Analyse dieses aktuellen und spannenden Stoffes. Die dazu passenden Illustrationen von Terreur Graphique sind wahre »Augenöffner« und liefern einen durchaus amüsanten Blick auf das hochbrisante Thema politische Kommunikation.

 

Christian Delporte, Politische Kommunikation

Hardcover

Verlag: Jacoby & Stuart

12,40€


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„Gestern war noch Krieg“ herausgegeben von Martin Verg und Jürgen Dr. Hübner. Mit Illustrationen von Irmela Schautz.

Ab 10 Jahren

 

Wie war das damals, Ende des Zweiten Weltkriegs? Die Besatzung durch die Alliierten, das Überleben trotz Hunger, die Früchte des Wiederaufbaus? Diese Anthologie sammelt Sachtexte und Erzählungen von 11 bekannten Kinderbuchautorinnen und Autoren wie Christine Nöstlinger, Gudrun Pausewang, Uri Orlev oder Anke Bär, die von jenen schrecklichen Jahren, von Grausamkeit und Unrecht, aber auch von Menschlichkeit, von Hoffnung und Pragmatismus erzählen.

 

Die Texte und Passagen aus Romanen sind chronologisch in fünf Kapitel geordnet und behandeln den Alltag im Krieg, den Widerstand, die unabwendbare Niederlage, Flucht und Vertreibung und schließlich das Kriegsende. Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen, gut verständlichen Einführung mit Hinweisen, zeitlichen Einordnungen und Informationen zum jeweiligen Thema. Eine Zeittafel, die die bedeutsamen Ereignisse zwischen 1933 und 1949 übersichtlich zusammenfasst, ein Glossar, der die wichtigsten Worte erklärt, kurze Biografien der Autorinnen und Autoren sowie ein Quellenverzeichnis runden dieses gelungene Buch ab.

 

Ein wichtiges Buch, um Jugendliche dazu anzuregen, sich für die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu interessieren, denn wer sich mit der Vergangenheit auskennt, kann auch die Gegenwart besser verstehen.

 

Gestern war noch Krieg

Hardcover

Verlag: Thienemann

12,40€


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„Marwans Weg“ von Patricia De Arias mit Illustrationen von Laura Boorás

Ab 4 Jahren

 

Thema: Flucht

 

Gemeinsam mit vielen anderen geht der kleine Marwan quer durch die Wüste, quer durch seine Heimat, ohne zu wissen, wohin und ohne zu wissen, wann er dort ankommt. Ihn begleiten seine Erinnerungen, die Erinnerungen an seine Mutter und an die Nacht, in der sie kamen und alles verschlangen. Er geht, ohne sich umzudrehen, geht in ein anderes Land auf der Suche nach einem anderen Zuhause. Und mit ihn geht die Hoffnung, die Hoffnung eines Tages zurückzukehren und die Hoffnung auf ein Leben, wie er es einst hatte.

 

Ein wunderschön sehr kunstvoll in gedeckten Aquarellfarben gemischt mit schwarzen Tuschezeichnungen illustriertes und in lyrischer Schreibweise erzähltes, emotionales Kinderbuch, das sich vor allem mit den Gefühlen von Geflüchteten und deren Wunsch nach der Rückkehr in ihr Heimatland auseinandersetzt.

 

Patricia De Arias, Marwans Weg

Bilderbuch

Verlag: minedition

Preis: 15,40€


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„Heul doch nicht, du lebst ja noch“ von Kirsten Boie

Ab 14 Jahren

Der Schauplatz ist Hamburg vom 22.6.1945 bis 28.6.1945, Deutschland hat kapituliert und ist in verschiedene Besatzungszonen geteilt.

 

Die Geschichte, die Kirsten Boie erzählt, handelt von drei Jugendlichen, die durch ihre erlebten Erfahrungen nicht unterschiedlicher geprägt sein könnten. Die Schule findet zu diesem Zeitpunkt noch nicht statt und die ständigen Zwangsferien belasten die Kinder sehr.

 

Traute, die Tochter eines Bäckers, geht es für die damalige Zeit eigentlich ganz gut. Ihre Familie hat das Glück, dass das Haus und die Bäckerei in Hamburg nicht zerbombt wurden. Die Eltern können unter großen Mühen ihr Geschäft weiter erhalten und Brot gegen zugeteilte Essensmarken eintauschen, die sie wiederum brauchen, um Mehl zum Backen zu bekommen. Trotzdem leidet sie, da ihre Freundinnen alle nicht mehr da sind, entweder wurden sie von ihren Eltern am Anfang des Krieges aufs Land geschickt oder vielleicht sind sie irgendwo zwischen den zerbombten Häusern in den Trümmern begraben. Außerdem muss ihre Familie Flüchtlinge aufnehmen und da es doch komische „Fremde“ sind, die jetzt ihrem Wohnzimmer einquartiert sind, fühlt sie sich zu Hause nicht mehr so wohl.

Herrmann, der Älteste der drei Jugendlichen, war ehemaliger HJ-Führer. Von seinem Elternhaus ist sehr nationalsozialistisch geprägt. Als der Vater aus dem Krieg zurückkehrt, hat er beide Beine verloren und kann nur noch in der Küche auf der Couch sitzen. Aus wilder Verzweiflung tyrannisiert sein Vater die Familie. Und dann gibt es noch Jacob. Er ist ein halbjüdisches Kind. Solange sein Vater noch lebte, war seine Familie noch in gewisser Weise geschützt. Sie durften zwar viele Dinge nicht mehr tun, die Ariern erlaubt waren, aber man konnte noch überleben. Mit dem Tod des Vaters ändert sich alles schlagartig. Die Mutter wird nach Theresienstadt deportiert und Jacob flüchtet zu einem älteren Herrn, der ihn eine Zeit lang bei sich in der Wohnung versteckt. Als es scheinbar für den älteren Herrn zu gefährlich wird, versteckt er Jacob in der Ruine eines zerbombten Hauses.

 

Jeder der drei Jugendlichen hat auf seine Art sein Schicksal zu ertragen und auch als der Krieg endlich vorbei ist, haben sie noch lange mit dessen Folgen zu kämpfen.

 

Kirsten Boie, Heul doch nicht, du lebst ja noch

Hardcover

Verlag: Oetinger 

14,40€


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„Irgendein Berg“ von Fran Pintadera mit Illustrationen von Txell Darné. Übersetzt von Silvia Bartholl

Ab 4  Jahren

 

Thema: Krieg

 

In einem weit entfernten Land gibt es ein Dorf auf einem Berg, in dem lauter glückliche Menschen leben. Sie sind überzeugt davon, dass ihr Dorf das schönste der Welt ist. Und auch die Leute unten im Dorf am Fuß des Berges sind glücklich mit ihrem Leben und finden das kein anderes Dorf so schön wie ihres ist. Als es eines Tages zum Streit kommt, beginnt das Dorf oben auf dem Berg einfach Steine zu werfen. Das können sich die Dorfbewohner unten am Berg natürlich nicht bieten lassen und so entsteht ein Konflikt, der nicht nur beide Dörfer in Schutt legt, sondern auch einen tiefen Riss in den kompletten Berg treibt.

 

In einfachen Worten macht dieses Bilderbuch auch schon kleinen Kindern begreiflich wie es zu Streit, Kampf und Zerstörung kommen kann. Die farbenfrohen, naiven Illustrationen im Collagestil mildern die Härte des Krieges optisch ein wenig ab. Die Botschaft des Buches bleibt dabei aber klar ersichtlich: Missverständnisse, fehlende Verständigung und Selbstgerechtigkeit können schnell dazu führen, dass anfangs auch kleine Konflikte schnell eskalieren und jeden Frieden in Gefahr bringen.

 

Ein gutes Buch, um sensiblen Kindern zu erklären, wie es zum Krieg kommen kann.


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„Über Tyrannei“ (Illustrierte Ausgabe) von Timothy Snyder mit Illustrationen von Nora Krug. Übersetzt von Andreas Wirthensohn.

Ab 14 Jahren

 

Erstmals 2017 erschienen, trifft dieses Buch punktgenau den politischen Nerv unserer Zeit, in der auf der ganzen Welt Demokratien unter dem Ansturm eines neuen Autoritarismus zu wanken beginnen. Timothy Snyder, US-amerikanischer Historiker mit Forschungsschwerpunkt osteuropäische Geschichte und Holocaustforschung, liefert hier zwanzig Lektionen für den Widerstand und appelliert an uns alle, sich der derzeitigen Entwicklung entgegenzustellen.

 

In seinen 20 Lektionen erklärt er an Beispielen der europäischen Geschichte, wie schnell Festgeglaubtes sich ändern kann, wie man Tyrannei enttarnen, erkennen und was man gegen ihr aufflammen tun kann. Gut nachvollziehbar erläutert Snyder unter anderem die Macht der Symbole, die Gefahren vorauseilenden Gehorsams, die Wichtigkeit, Institutionen zu schützen, die Gefahren von Paramilitärs, die Wichtigkeit der Sprache für unser Denken und Verstehen und die Bedeutung der Erkenntnis der Geschichte.

 

Auch die Illustrationen von Nora Krug packen einem. Ihre ausdrucksstarken Collagen bestehend aus Zeichnungen und Fotos, die sie antiquarisch oder auf Flohmärkten zusammengetragen hat, verdeutlichen auf sehr markante Weise das fragmentarische der Geschichte und des Erinnerns daran.

 

Es ist erstaunlich und erschreckend, wie aktuell dieses Buch ist.


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„Kriege gehören ins Museum. Teil 1“ von Nora Rath-Hodann mit Illustrationen von Johanna Baader

Ab 8 Jahren

 

Julie fragt ihre Mutter, ob sie ihr etwas über Kriege erzählen kann. Um diese Frage zu beantworten, gehen sie ins Museum und wir begleiten die beiden bei ihrem Ausflug in die österreichische Vergangenheit. Während wir dem Dialog zwischen Mutter und Tochter rund um die Frage „Warum eigentlich Krieg?“ folgen erfahren wir so einiges über die großen Kriege des 17. – 19. Jahrhunderts, vom 30-jährigen Krieg über die zweite Türkenbelagerung bis hin zu den napoleonischen Kriegen. Der Autorin gelingt es sehr gut den Krieg bildhaft und lebendig zu beschreiben, indem sie nicht nur dessen Verlauf erklärt, sondern auch über andere Sachverhalte wie welche Waffen im Kriegsgeschehen zu welcher Zeit Verwendung fanden, welche heute geläufigen Sprichwörter aus Kriegszeiten stammen und welche Veränderungen nach den Kriegsgeschehen eintraten oder auch nicht, anspricht. Das macht die Erzählung sehr abwechslungsreich und spannend. Nicht nur die optisch und farblich abgesetzten kurzen Exkurse zu vorkommenden Persönlichkeiten oder Sachverhalten, sondern auch die Verwendung der Dialogform und Julies Reaktionen auf die Erzählungen ihrer Mutter lockern die Berichterstattung auf. Schön ist auch, dass besonderes Augenmerk auf Österreich und dessen Rolle im Kriegsgeschehen gelegt wird und dass immer wieder Hinweise auf Ausstellungsstücke des Heeresgeschichtlichen Museums und Bauten oder Statuten in Wien eingeflochten werden.

 

 

Ein gelungenes Buch der Serie Julie geht ins Museum, das es schafft, das schwierige Thema Krieg verständlich und kindgerecht zu vermitteln. Band 2 soll Ende dieses Jahres erscheinen und befasst sich mit den beiden Weltkriegen.


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„Sechs Männer“ von David McKee

Ab 5  Jahren

 

Thema: Krieg

 

Es waren einmal sechs Männer auf der Suche nach einem Ort, an dem sie in Frieden leben und arbeiten konnten. Als sie diesen Ort, an dem es ihnen gut ging und sie immer reicher wurden, gefunden hatten, kamen auch schon die Sorgen. Sie hatten Angst, jemand könnte kommen und ihnen das, was sie hatten, wegnehmen. Als sie schließlich sechs Soldaten anheuerten, die ihren Hof bewachen sollten, nimmt die Geschichte ihren Lauf …

 

Die filigranen schwarz-weißen Tuschezeichnungen in scheinbar unkontrollierten Strichen spiegeln sehr schön die Widersprüchlichkeit und Zerbrechlichkeit allen menschlichen Handelns wieder und fangen auch den Irrsinn und die Grausamkeit des Krieges deutlich ein.

 

Ein zeitloses Bilderbuch und eine scharfsinnige Parabel, die sehr klar und verständlich vor Augen führt, welche Beweggründe dazu veranlassen können, zu den Waffen zu greifen und kriegerische Handlungen ausarten zu lassen.


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„Die Geschichte von Elenis Konfetti - Refugees Welcome“ von Jonas und Daniela Leidig

Ab 3 Jahren

 

 Thema: Flucht

 

Eleni wohnt mit ihrer Familie auf einem Hügel irgendwo in Griechenland. Seit ein paar Wochen werden unten am Fuße des Hügels Zelte aufgebaut und Eleni erfährt, dass die Menschen, die in diesen Zelten wohnen sollen, geflohen sind. Ihre Oma erklärt ihr, dass das mit dem „Aufdieweltkommen“ genauso ist, wie wenn man Konfetti in die Luft schmeißt, denn Babys werden überall auf der Welt geboren, es ist Zufall, wo man landet. Manche werden in einem friedlichen Land geboren, andere in einem Land, in dem Krieg wütet. Wenn es irgendwann einmal zu viel ist, suchen sich diese Menschen einen neuen Ort, an dem sie in Frieden leben können. Als Eleni das erfährt, möchte sie den Menschen in den Zelten unbedingt helfen. Nur wie?

 

Ein ruhiges Bilderbuch, das die Situation von Menschen auf der Flucht sachlich erklärt und Möglichkeiten aufzeigt, wie man helfen und sie willkommen heißen kann. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und Mut macht, selbst etwas zu tun, auch wenn es nur eine kleine Geste ist.

 

Daniela Leidig, Die Geschichte von Elenis Konfetti

Bilderbuch

Verlag: minedition

Preis: 18,50€


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„Alles wird gut, immer“ von Kathleen Vereecken mit Illustationen von Julie Völk. Übersetzt von Meike Blatnik.

Ab 10 Jahren

 

Belgien 1914. Wie schön die Welt ist: Kirmes und eine beste Freundin, mit der man lachen und fröhlich sein kann. Aber vielleicht stimmt das nicht ganz. Denn wir taten nur so. Damit wir nicht hörten, was alle dachten und nicht darüber nachdenken mussten, was allen Angst machte. Denn natürlich wussten wir Kinder es, obwohl wir es nicht wissen durften. Wir hörten es aus den wilden Geschichten der älteren Jungen. Vor allem das eine Wort, das immer wiederkehrte; Krieg. Aber was ist Krieg? Was passiert dann?

 

Zuerst kamen sie aus Richtung des Krieges, Wagen voller Männer, Frauen und Kinder. Dann kam die Garde, um die Männer für das Militär abzuholen. Man hörte Kanonen donnern. Wenig später donnerten deutsche Soldaten in einem endlosen Strom über die gepflasterte Straße. Und dann kam der Hunger. Schließlich gingen wir. Dorthin, wo es sicherer ist. In der Nacht, denn die war sicherer als der Tag. Doch ob sicherer ausreichte?

 

Wenn mir jemand anders erzählen würde, wie Krieg ist, würde ich denken, dass ich die ganze Zeit über Angst hätte. Aber so war es nicht. Wir hatten manchmal Angst. Meisten jedoch lebten wir einfach weiter.

 

Eine zeitlose Geschichte über Liebe und Zusammenhalt in der Familie, über Krieg und Flucht, über das Begreiflich- und das Weitermachen und auch darüber, wie schön die Welt trotz alledem sein kann.

 


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„Krieg: Stell dir vor, er wäre hier“ von Janne Teller mit Illustrationen von Helle Vibeke Jensen. Übersetzt von Sigrid Engeler.

Ab 13  Jahren

Wenn bei uns Krieg wäre, wohin würdest du gehen? Mit dieser Frage beginnt dieses außergewöhnliche, seitenschlanke, aber dennoch sehr gehaltvolle Buch, das in der Originalfassung schon 2001 entstand.

 

Ein Gedankenexperiment; stell dir vor, es ist Krieg, aber nicht anderswo, sondern hier mitten bei uns in Europa. Die wesentlichen Demokratien sind gescheitert und faschistische Diktaturen haben die Macht übernommen. Wohin würdest du gehen, wenn der Hunger und die Angst vor Kälte, Bomben und die Gleichschaltung durch die Geheimpolizei dich aus deinem Heimatland treiben würde. Wenn nichts mehr übrig ist. Wohin, wenn kein Land mehr Flüchtlinge aufnehmen will? Dem 14-jährigen Protagonisten und seiner Familie bleibt nur die Flucht nach Ägypten. Und was passiert dann in einem Land, in dem man als Migrant lebt. Einem Land, dessen Kultur einem so fremd ist? Wo man sich als Außenseiter fühlt und sich nach dem zu Hause sehnt. Doch wo ist das dieses zu Hause?

 

Der Gedanke, dass äußere Umstände das eigene Leben in kürzester Zeit auf den Kopf stellen können, ist für die meisten von uns schwer vorstellbar. Dieses Buch ist eine Einladung, sich in das Leben eines Flüchtlings hineinzudenken, das Schicksal anderer nachvollziehbar zu machen und Verständnis zu entwickeln.


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„Warum?“ von Nikolai Popov

Ab 5 Jahren

 

Thema: Krieg

 

Eine Maus und ein Frosch beginnen sich um eine ganz bestimmte Blume zu streiten. Der Streit wird immer unerbittlicher und es kommen immer mehr dazu, die mitstreiten. Die Methoden werden rauer und die Zerstörung immer größer. Bis zum Schluss nur noch Asche und Rauch über ist.

 

Das Bilderbuch kommt ganz ohne Worte aus und schafft es gerade deshalb besonders eindrücklich aufzuzeigen, wie schnell und einfach ein Streit eskalieren und ausarten kann. Auch die Sinnlosigkeit wird treffend einfangen, indem die Geschichte dort endet, wo sie beginnt. Mit Zweien, die sich gegenüberstehen und sich verwundert ansehen. Die beiden haben sich nicht verändert, aber die Welt um sie herum sehr wohl. Denn was früher grüne Blumenwiese war, ist jetzt nur noch Rauch und Asche. Dass es sich bei den beiden um einen Frosch und eine Maus handelt, tut dem Aufzeigen der schrecklichen Kosten des Krieges keinen Abbruch.

 

Eine außergewöhnliche Fabel, die es in möglichst klarer Form schafft, auch schon Kindern verständlich zu machen, dass Krieg im Kleinen beginnt, im Streit um Dinge, mit Wut oder auch Angst.

 

Der Illustrator und Autor Nikolai Popov hat den Krieg in seiner Kindheit selbst erlebt und das hat tiefen Eindruck auf ihn hinterlassen. Deshalb ist ihm dieses Buch auch so wichtig, weil er sich ganz sicher ist, dass Kinder, wenn sie Krieg begreifen, künftig eine Kraft für den Frieden werden können.

Nikolai Popov, Warum?

Bilderbuch

Verlag: ‎ minedition

Preis: 15,50€


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„Politik: 100 Begriffe aus Politik und Gesellschaft in 100 Wörtern erklärt“ von Eleanor Levenson, illustriert von Paul Boston und übersetzt von Britta Meinass

Ab 9 Jahren

 

1 Bild und 100 Wörter. Kann man so politische Grundbegriffe erklären?

 

Demokratie braucht Menschen, die mitgestalten wollen. Und wer mitgestalten will, muss zunächst einmal verstehen, worum es geht. Denn was genau ist Bürokratie? Und woraus besteht eine Regierung überhaupt? Was ist der Unterschied zwischen Exekutive und Legislative? Und was ist ein Referendum? Dieses sehr übersichtliche Sachbuch für alle, die gerade angefangen haben, sich für Politik zu interessieren, ist in die Themenbereiche Staat, StaatsbürgerInnen, Ideen, Ökonomie und Medien eingeteilt. Die großen Illustrationen im typischen Infografik-Stil bringen die abstrakten Begriffe noch einmal ganz genau auf den Punkt. Und oft reicht es schon fast, sich das Bild anzusehen, um zu begreifen, was gemeint sein könnte.

 

So werden kurz und gut verständlich in 100 Worten Thematiken wie Populismus, Nationalismus, Ideologie, Legitimität, Utopie, Bruttoinlandsprodukt, aber auch Begriffe wie Rechte, Verantwortung, Feminismus und Umweltschutz so erklärt, dass sie jeder verstehen kann. Denn sobald man verstanden hat, wie alles zusammenhängt, kann man nicht nur mitreden, sondern sich auch entscheiden, inwieweit man selbst politisch aktiv werden möchte.

 

Dieses gut durchdachte Sachbuch eignet sich sicher auch hervorragend für den Unterricht, da man aufgrund der sehr gelungenen großen Illustrationen der einzelnen Begriffe gut ins Gespräch kommen und so gemeinsam erdenken und erarbeiten kann, was man unter bestimmten politischen Begriffen versteht.


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