Unsere Tipps - Schullektüre

„Der Billabongkönig“ von Matthias Kröner mit Illustrationen von Mina Braun

Ab 8 Jahren

 

Wisst ihr, was ein Billabongkönig ist? Billabong sagen die australischen Ureinwohner zu einem Wasserloch. Die Krokodile, die dort lauern, nennt man Billabongkönige. In dieser Geschichte lernen wir den Billabongkönig Ben kennen. Obwohl er ein stolzer Herrscher ist, gibt es doch etwas, das er nicht mag, wovor er sich sogar fürchtet. Er möchte auf gar keinen Fall unter keinen Umständen niemalsnicht zum Zahnarzt! Ihr müsst wissen, dass die Vögel, die diesen Job für die Krokodile übernehmen, Krokodilwächter genannt werden und man muss sie mit ihren spitzen Schnäbeln und scharfen Krallen in sein empfindliches Maul lassen. Das ist aber noch lange nicht das Schlimmste, denn sie stellen sich nicht besonders geschickt bei ihrer Arbeit an und hacken einem halb blind im Zahnfleisch herum. Der absolute Horror! Aber seit eigner Zeit gibt es Gerüchte, dass es einen neuen Zahnarzt geben soll, Kaukasius Grätenzieher II., Ihro Exzellenz von Stolzhausen-Stammberg. Der soll ein regelrechter Zauberkünstler sein und seine Arbeit ganz ohne Schmerzen erledigen. Da Ben eine Zahnbehandlung gerade dringend nötig hat, unterschreibt er in seiner Not, ohne groß darüber nachzudenken, einen Blankoscheck und damit bringt er sich selbst in beißende Bedrängnis. Denn Kaukasius Grätenzieher II., Ihro Exzellenz von Stolzhausen-Stammberg verlangt etwas Unerhörtes für seine Behandlung, das Bens moralischen Kompass erzittern lässt. Da bekommt der Billabongkönig das erste Mal in seine Leben so richtige Angst. Denn was soll man tun, wenn es kein Schlupfloch, kein Richtig und kein Falsch gibt?

 

Eine wortwitzige Fabel über Macht und Ohnmacht, Moral und Solidarität, Diktatur und Demokratie. Die Erzählung in lebendiger Dialogform und die vielen farbstarken, sehr charmanten Illustrationen im plakativen Vierfarb-Druck machen diese Geschichte voller Abenteuer, Spannung und Witz zu etwas Besonderem und besonders Aktuellem, über das man wunderbar gemeinsam Nachdenken und Diskutieren kann.

 

Matthias Kröner, Der Billabongkönig

Hardcover

162 Seiten

Verlag: Beltz & Gelberg

Preis: 15,50€


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„Gestern war noch Krieg“ herausgegeben von Martin Verg und Jürgen Dr. Hübner. Mit Illustrationen von Irmela Schautz.

Ab 10 Jahren

 

Wie war das damals, Ende des Zweiten Weltkriegs? Die Besatzung durch die Alliierten, das Überleben trotz Hunger, die Früchte des Wiederaufbaus? Diese Anthologie sammelt Sachtexte und Erzählungen von 11 bekannten Kinderbuchautorinnen und Autoren wie Christine Nöstlinger, Gudrun Pausewang, Uri Orlev oder Anke Bär, die von jenen schrecklichen Jahren, von Grausamkeit und Unrecht, aber auch von Menschlichkeit, von Hoffnung und Pragmatismus erzählen.

 

Die Texte und Passagen aus Romanen sind chronologisch in fünf Kapitel geordnet und behandeln den Alltag im Krieg, den Widerstand, die unabwendbare Niederlage, Flucht und Vertreibung und schließlich das Kriegsende. Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen, gut verständlichen Einführung mit Hinweisen, zeitlichen Einordnungen und Informationen zum jeweiligen Thema. Eine Zeittafel, die die bedeutsamen Ereignisse zwischen 1933 und 1949 übersichtlich zusammenfasst, ein Glossar, der die wichtigsten Worte erklärt, kurze Biografien der Autorinnen und Autoren sowie ein Quellenverzeichnis runden dieses gelungene Buch ab.

 

Ein wichtiges Buch, um Jugendliche dazu anzuregen, sich für die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu interessieren, denn wer sich mit der Vergangenheit auskennt, kann auch die Gegenwart besser verstehen.

 

Gestern war noch Krieg

Hardcover

240 Seiten

Verlag: Thienemann

12,40€


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„Über Tyrannei“ (Illustrierte Ausgabe) von Timothy Snyder mit Illustrationen von Nora Krug. Übersetzt von Andreas Wirthensohn.

Ab 14 Jahren

 

Erstmals 2017 erschienen, trifft dieses Buch punktgenau den politischen Nerv unserer Zeit, in der auf der ganzen Welt Demokratien unter dem Ansturm eines neuen Autoritarismus zu wanken beginnen. Timothy Snyder, US-amerikanischer Historiker mit Forschungsschwerpunkt osteuropäische Geschichte und Holocaustforschung, liefert hier zwanzig Lektionen für den Widerstand und appelliert an uns alle, sich der derzeitigen Entwicklung entgegenzustellen.

 

In seinen 20 Lektionen erklärt er an Beispielen der europäischen Geschichte, wie schnell Festgeglaubtes sich ändern kann, wie man Tyrannei enttarnen, erkennen und was man gegen ihr aufflammen tun kann. Gut nachvollziehbar erläutert Snyder unter anderem die Macht der Symbole, die Gefahren vorauseilenden Gehorsams, die Wichtigkeit, Institutionen zu schützen, die Gefahren von Paramilitärs, die Wichtigkeit der Sprache für unser Denken und Verstehen und die Bedeutung der Erkenntnis der Geschichte.

 

Auch die Illustrationen von Nora Krug packen einem. Ihre ausdrucksstarken Collagen bestehend aus Zeichnungen und Fotos, die sie antiquarisch oder auf Flohmärkten zusammengetragen hat, verdeutlichen auf sehr markante Weise das fragmentarische der Geschichte und des Erinnerns daran.

 

Es ist erstaunlich und erschreckend, wie aktuell dieses Buch ist.


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„Kriege gehören ins Museum. Teil 1“ von Nora Rath-Hodann mit Illustrationen von Johanna Baader

Ab 8 Jahren

 

Julie fragt ihre Mutter, ob sie ihr etwas über Kriege erzählen kann. Um diese Frage zu beantworten, gehen sie ins Museum und wir begleiten die beiden bei ihrem Ausflug in die österreichische Vergangenheit. Während wir dem Dialog zwischen Mutter und Tochter rund um die Frage „Warum eigentlich Krieg?“ folgen erfahren wir so einiges über die großen Kriege des 17. – 19. Jahrhunderts, vom 30-jährigen Krieg über die zweite Türkenbelagerung bis hin zu den napoleonischen Kriegen. Der Autorin gelingt es sehr gut den Krieg bildhaft und lebendig zu beschreiben, indem sie nicht nur dessen Verlauf erklärt, sondern auch über andere Sachverhalte wie welche Waffen im Kriegsgeschehen zu welcher Zeit Verwendung fanden, welche heute geläufigen Sprichwörter aus Kriegszeiten stammen und welche Veränderungen nach den Kriegsgeschehen eintraten oder auch nicht, anspricht. Das macht die Erzählung sehr abwechslungsreich und spannend. Nicht nur die optisch und farblich abgesetzten kurzen Exkurse zu vorkommenden Persönlichkeiten oder Sachverhalten, sondern auch die Verwendung der Dialogform und Julies Reaktionen auf die Erzählungen ihrer Mutter lockern die Berichterstattung auf. Schön ist auch, dass besonderes Augenmerk auf Österreich und dessen Rolle im Kriegsgeschehen gelegt wird und dass immer wieder Hinweise auf Ausstellungsstücke des Heeresgeschichtlichen Museums und Bauten oder Statuten in Wien eingeflochten werden.

 

 

Ein gelungenes Buch der Serie Julie geht ins Museum, das es schafft, das schwierige Thema Krieg verständlich und kindgerecht zu vermitteln. Band 2 soll Ende dieses Jahres erscheinen und befasst sich mit den beiden Weltkriegen.


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„Alles wird gut, immer“ von Kathleen Vereecken mit Illustationen von Julie Völk. Übersetzt von Meike Blatnik.

Ab 10 Jahren

 

Belgien 1914. Wie schön die Welt ist: Kirmes und eine beste Freundin, mit der man lachen und fröhlich sein kann. Aber vielleicht stimmt das nicht ganz. Denn wir taten nur so. Damit wir nicht hörten, was alle dachten und nicht darüber nachdenken mussten, was allen Angst machte. Denn natürlich wussten wir Kinder es, obwohl wir es nicht wissen durften. Wir hörten es aus den wilden Geschichten der älteren Jungen. Vor allem das eine Wort, das immer wiederkehrte; Krieg. Aber was ist Krieg? Was passiert dann?

 

Zuerst kamen sie aus Richtung des Krieges, Wagen voller Männer, Frauen und Kinder. Dann kam die Garde, um die Männer für das Militär abzuholen. Man hörte Kanonen donnern. Wenig später donnerten deutsche Soldaten in einem endlosen Strom über die gepflasterte Straße. Und dann kam der Hunger. Schließlich gingen wir. Dorthin, wo es sicherer ist. In der Nacht, denn die war sicherer als der Tag. Doch ob sicherer ausreichte?

 

Wenn mir jemand anders erzählen würde, wie Krieg ist, würde ich denken, dass ich die ganze Zeit über Angst hätte. Aber so war es nicht. Wir hatten manchmal Angst. Meisten jedoch lebten wir einfach weiter.

 

Eine zeitlose Geschichte über Liebe und Zusammenhalt in der Familie, über Krieg und Flucht, über das Begreiflich- und das Weitermachen und auch darüber, wie schön die Welt trotz alledem sein kann.

 


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„Krieg: Stell dir vor, er wäre hier“ von Janne Teller mit Illustrationen von Helle Vibeke Jensen. Übersetzt von Sigrid Engeler.

Ab 13  Jahren

Wenn bei uns Krieg wäre, wohin würdest du gehen? Mit dieser Frage beginnt dieses außergewöhnliche, seitenschlanke, aber dennoch sehr gehaltvolle Buch, das in der Originalfassung schon 2001 entstand.

 

Ein Gedankenexperiment; stell dir vor, es ist Krieg, aber nicht anderswo, sondern hier mitten bei uns in Europa. Die wesentlichen Demokratien sind gescheitert und faschistische Diktaturen haben die Macht übernommen. Wohin würdest du gehen, wenn der Hunger und die Angst vor Kälte, Bomben und die Gleichschaltung durch die Geheimpolizei dich aus deinem Heimatland treiben würde. Wenn nichts mehr übrig ist. Wohin, wenn kein Land mehr Flüchtlinge aufnehmen will? Dem 14-jährigen Protagonisten und seiner Familie bleibt nur die Flucht nach Ägypten. Und was passiert dann in einem Land, in dem man als Migrant lebt. Einem Land, dessen Kultur einem so fremd ist? Wo man sich als Außenseiter fühlt und sich nach dem zu Hause sehnt. Doch wo ist das dieses zu Hause?

 

Der Gedanke, dass äußere Umstände das eigene Leben in kürzester Zeit auf den Kopf stellen können, ist für die meisten von uns schwer vorstellbar. Dieses Buch ist eine Einladung, sich in das Leben eines Flüchtlings hineinzudenken, das Schicksal anderer nachvollziehbar zu machen und Verständnis zu entwickeln.


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„Die kleine Wortschmiede: Jeden Tag ein neues Wort entdecken“ von Meredith L. Rowe mit Illustrationen von Monika Forsberg. Übersetzt von Marieke Heimburger.

Von 4 bis 10 Jahren

Noch nie war es so schön, spielerisch seinen Wortschatz erweitern!

 

Denn ein guter Begriffsvorrat ist der Schlüssel, um in der Schule und auch später gut zurechtzukommen. Manchmal fällt es aber auch schwer, neue Ausdrücke zu erlernen und genau dabei hilft dieses außergewöhnliche Buch auf spannende und sehr kreative Weise, indem wir ein Jahr lang jeden Tag ein neues Wort entdecken.

 

So finden wir auf jeder Doppelseite 7 Worte mit einer kurzen verständlichen Begriffserklärung. Besonders viel Platz wird der Illustration eingeräumt, die alle 7 Ausdrücke sehr treffend in einer Szene darstellt. Die Abbildungen, die an digitale Collagen erinnern und auch immer kleine Geschichte erzählen, sind witzig und bieten sich hervorragend an, um ins Gespräch zu kommen. Das verleitet geradezu dazu, die neu gelernten Begriffe in eine Geschichte einzubauen, die man sich entweder gegenseitig erzählen oder aufschreiben kann.

 

Die einzelnen Doppelseiten widmen sich immer einem Thema, das sich zwar an der Erlebniswelt der Kinder orientiert, diese aber mit Bezeichnungen, die Kinder im Alltag vielleicht nicht so oft hören kombiniert.

 

Hier eine kleine Auswahl der Worte, die mir ganz besonders gut gefallen haben: ungelenk, Hingabe, Amateur, anspornen, säuseln, vermengen, zanken, Ensemble, renitent, ritterlich, zaudern, juchzen, Galopp, tirilieren, Analyse, Debatte, Schabernack, Nervenkitzel und piesacken.

 

Ein wunderbares Buch zum gemeinsamen Entdecken, Staunen und Fabulieren!


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„Sophie Scholl“ von Heiner Lünstedt mit Illustrationen von Ingrid Sabisch

Ab 14 Jahren

Die Erzählung in dieser Grafic Novel beginnt im Jahr 1937. Zu dieser Zeit ist Sophie bereits 16 Jahre alt und wohnt mit ihrer Familie in Ulm. In kurzen, prägnanten Szenen werden die verschiedenen Lebensstationen bis zu ihrer Hinrichtung dokumentiert. Man lernt sie hauptsächlich Regimezweiflerin und Widerstandskämpferin kennen. Die Bilder unterstreichen sehr schön das Geschriebene und unterstreichen dadurch das Leseerlebnis


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„Was passiert mit unserem Klima? So hast du den Klimawandel und seine Folgen noch nie gesehen“

Ab 10 Jahren

 

Eines der anschaulichsten Sachbücher rund um das Thema Klimawandel.

 

Besonders an diesem Buch ist die gelungene Gestaltung, die es schafft, Fakten auf einen Blick verständlich ins Bild zu setzen. Auf jeweils einer Doppelseite werden mithilfe von Infografik-Karten, die weltweite Vergleiche ersichtlich machen und Fotos mit spektakulären Aussichten und eindrucksvollen 3D-Grafiken, wesentliche Aspekte, von den Ursachen bis zu den Folgen geschickt in den Fokus gerückt. So schafft es dieses Sachbuch auch komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen.

 

In kurzen, verständlichen Abschnitten wird über Themen wie die Entstehung des Erdklimas, die Ursachen des Klimawandels und dessen Folgen wie Extremwetter, bedrohte Tierarten und Existenzen informiert. Abschließend wird deutlich gemacht, dass man sowohl im Großen, zum Beispiel durch erneuerbare Energien, aber auch im Kleinen und Alltäglichem etwas tun kann.

 

Ein umfassend und fundiertes Sachbuch, das zum Nach- und Umdenken anregt. Sicher auch ideal als begleitendes Material in der Schule!


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„Hunde im Futur: Eine Grammatik in Bildern“ von Susanna und Johannes Rieder mit Illustrationen von Arinda Cracium

Ab 8 Jahren

 

Was für ein schräger Titel für ein Grammatikbuch der ganz anderen Art!

 

In kurzen, knappen Absätzen werden die grammatikalischen Grundbegriffe erklärt. Das Besondere dabei ist, dass sich dieses Buch nicht wie manche Schulbücher auf langweiligen Tabellen beruft, sondern jeder Begriff in vielen Bildern, Klappseiten und mit so wenig Text wie möglich erklärt wird. Denn den Verfassern dieser grandiosen Idee geht es vor allem ums „Begreifen“ und nicht um ein stures Auswendiglernen von langweiligen Tabellen.

 

Ein besonderes Grammatikbuch, das mit nichts bisher handelsüblichen vergleichbar ist und sich in jeder Hausbibliothek von Interessierten befinden sollte. Die Autoren haben sich bemüht, die grammatikalischen Grundbegriffe durch aufwendige Gestaltung in Szene zu setzen, was den höheren Preis auf jeden Fall rechtfertigt.


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„Alle zählen“ von Kristin Roskifte. Übersetzt von Maike Dörries.

Ab 5 Jahren

 

„Alle zählen“ ist ein durch und durch außergewöhnliches Buch. Ein Zählbuch? Ein Wimmelbuch? Ein Rätselbuch? Oder doch alles in einem!?!

 

Am besten wir beginnen von vorne: Mit einem Menschen, der am Abend aus seinem Fenster sieht und sich wundert, wie viele andere Menschen in diesem Augenblick dasselbe tun. Denn auf unserer Welt gibt es siebeneinhalb Milliarden Menschen und jeder davon hat seine eigene Geschichte. So werden es mit jeder Seite mehr Menschen, erst zwei, dann drei, dann 20 bis hin zu hin zu den 7500 000 000 die auf unserem Planeten leben. Manche müssen wichtige Entscheidungen treffen, ein anderer entdeckt eine Lösung für ein Problem, 24 haben sich als etwas verkleidet und einem von ihnen gelingt zum ersten Mal ein Handstand! Und so gibt es eine Vielzahl von Geschichten in diesem Buch zu entdecken, über die man reden, lachen und die man weiterspinnen kann!

 

Dieses raffinierte Buch bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie man es betrachten und handhaben kann. Es regt zum genauen Hinschauen, miteinander reden und Nachdenken an. Also wir sind begeistert!!!

 

Und auch als Schullektüre bietet sich dieses ungewöhnliche Buch an, denn man könnte es zum Beispiel als Ausgangpunkt für Bildergeschichten verwenden.


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„Vor uns das Meer“ von Alan Gratz

Ab 13 Jahren

 

Drei Jugendliche, drei Jahrzehnte, eine Hoffnung.

 

In diesem Buch wird uns die Geschichte dreier Jugendlicher erzählt, die aus unterschiedlichen Perspektiven und doch immer demselben Grund die Flucht aus ihrer Heimat antreten müssen.

 

Berlin 1939, Joseph besteigt mit seiner Familie in Hamburg ein Passagierschiff, das sie aus Nazi-Deutschland retten und nach Kuba bringen soll.

 

Havanna/Kuba 1994, Isabel tritt mit ihrer Familie und ihren Nachbarn die Flucht an, da ihr Vater bei einer Demonstration gegen Fidel Castro von der Polizei erwischt wurde und ihm deshalb lebenslange Haft droht. Ihr Fluchtboot; ein vom Nachbarn selbst gebautes kleines Motorboot. Ihr Ziel; die Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Aleppo/Syrien 2015, das Land befindet sich seit 2011 in einem erbärmlichen Kriegszustand. Als das Haus von Mahmoud und seiner Familie bei einem Bombenanschlag zerstört wird, beschließen sie, sich auf den Weg nach Deutschland zu machen, um ein besseres, friedliches Leben führen zu können.

 

Alle drei Jugendlichen haben eine lange Reise in die erhoffte Freiheit vor sich. In diesem Buch begleiten wir sie auf der ihrer Flucht und werden schonungslos in ihre Lage hereinkatapultiert. In kurzen Abschnitten wird uns ihre Geschichte abwechselnd so spannend und hautnah erzählt, dass man auf jeden Fall weiterlesen möchte. Nach jedem Abschnitt aber auch froh ist, eine kurze Verschnaufpause zu bekommen, die Geschehnisse zu verdauen und in die nächste Geschichte einzutauchen zu können.

 

Eine unbedingte Leseempfehlung für all diejenigen, die sich mit dem Thema Flucht auseinandersetzen möchten.

 

Alan Gratz, Vor uns das Meer

Hardcover

Verlag: Carl Hanser

17,50€


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„Politik: 100 Begriffe aus Politik und Gesellschaft in 100 Wörtern erklärt“ von Eleanor Levenson, illustriert von Paul Boston und übersetzt von Britta Meinass

Ab 9 Jahren

 

1 Bild und 100 Wörter. Kann man so politische Grundbegriffe erklären?

 

Demokratie braucht Menschen, die mitgestalten wollen. Und wer mitgestalten will, muss zunächst einmal verstehen, worum es geht. Denn was genau ist Bürokratie? Und woraus besteht eine Regierung überhaupt? Was ist der Unterschied zwischen Exekutive und Legislative? Und was ist ein Referendum? Dieses sehr übersichtliche Sachbuch für alle, die gerade angefangen haben, sich für Politik zu interessieren, ist in die Themenbereiche Staat, StaatsbürgerInnen, Ideen, Ökonomie und Medien eingeteilt. Die großen Illustrationen im typischen Infografik-Stil bringen die abstrakten Begriffe noch einmal ganz genau auf den Punkt. Und oft reicht es schon fast, sich das Bild anzusehen, um zu begreifen, was gemeint sein könnte.

 

So werden kurz und gut verständlich in 100 Worten Thematiken wie Populismus, Nationalismus, Ideologie, Legitimität, Utopie, Bruttoinlandsprodukt, aber auch Begriffe wie Rechte, Verantwortung, Feminismus und Umweltschutz so erklärt, dass sie jeder verstehen kann. Denn sobald man verstanden hat, wie alles zusammenhängt, kann man nicht nur mitreden, sondern sich auch entscheiden, inwieweit man selbst politisch aktiv werden möchte.

 

Dieses gut durchdachte Sachbuch eignet sich sicher auch hervorragend für den Unterricht, da man aufgrund der sehr gelungenen großen Illustrationen der einzelnen Begriffe gut ins Gespräch kommen und so gemeinsam erdenken und erarbeiten kann, was man unter bestimmten politischen Begriffen versteht.


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„Wer tanzt schon gern allein?“ von 32 namenhaften Kinderbuchautor*innen

Ab 7 Jahren

 

Ein abwechslungsreich gestaltetes Buch über Demokratie, das selbst so vielschichtig ist wie das Thema, um das es sich dreht.

 

In diesem außergewöhnlichen Buch sind 32 Geschichten, Gedanken und Gedichte rund um das Thema Demokratie von namhaften Autor*innen und Illustrator*innen wie Antje Damm, Heinz Janisch, Kristina Andres, Britta Teckentrup, Sebastian Meschenmoser, Uwe-Michael Gutzschhahn und Martin Baltscheit versammelt.

 

Es geht ums Fehlen der Demokratie, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Solidarität, Anlehnung und Empathie, Wahrheit und Täuschung, Selbstbewusst- und Anderssein – und allem voran das Menschsein. Egal ob thematisch oder formal, es ist eine sehr spannende Zusammenstellung und so findet man neben Kurz- und Bildgeschichten auch Comics und Gedichte.

 

Für viele mögen die Grundlagen einer Gesellschaft, die von Respekt, Toleranz und Fürsorge geprägt ist, vielleicht schon eine Selbstverständlichkeit sein. Doch gerade heutzutage scheint man für diese Werte jeden Tag konsequent einstehen und sie verteidigen zu müssen, damit sie uns erhalten bleiben. Darüber zu lesen, nachzudenken und dann zu sprechen kann da ein guter Anfang sein.


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„Schluss. Jetzt werd ich etwas tun“ von Maren Gottschalk

Ab 14 Jahren

 

 

In dieser Biografie erzählt uns Maren Gottschalk über das Leben und die Kindheit von Sophie Scholl. Sie wurde als viertes Kind von Lina und Robert Scholl geboren. Ihre Eltern erzogen ihre Kinder für die damalige Zeit sehr liberal. Allerdings legten sie sehr viel Wert darauf, dass ihre Kinder eine gute Bildung und einen Zugang zu Kunst, Kultur und Literatur bekamen. Von klein auf war Sophie ein sehr gerechtigkeitsliebender und naturverbundener Mensch. Als Hitler und die Nazis Stück für Stück Deutschland „eroberten“, machten ihre Eltern keinen Hehl daraus, dass sie diese Entwicklung beängstigte und sie sie verabscheuten. Trotz alledem schafften es die Nazis auch die Geschwister Scholl in ihren Bann zu ziehen. Wie konnte dies geschehen und was bewegte sie letztendlich wiederum, dass sie sich gegen dieses Regime stellten.

 

Wer mehr über diese Zeit und unsere Geschichte erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch nur wärmsten empfehlen. Mich selbst hat es tief beeindruckt!

 

 

Maren Gottschalk, Schluss. Jetzt werd ich etwas tun

Taschenbuch

Verlag: Gulliver

10,30€   


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„Eine halbe Banane und die Ordnung der Welt“ von Sarah Orlovsky

Ab 10 Jahren

 

Zwei Schwestern: früher einmal eng miteinander verbunden, heute durch eine unsichtbare Wand getrennt. Zwei Schwestern: die Jüngere voller Liebe, Bewunderung und Sorge, die Ältere magersüchtig.

 

In kurzen und prägnanten Episoden erzählt uns die „kleine“ Schwester von ihren Ängsten und Sorgen, die sich rund um ihre große Schwester drehen. Sie teilt mit uns ihre Erinnerungen an Zeiten voller Spaß, in denen sie liebevoll von Barbara umsorgt wurde und sie immer ein offenes Ohr für sie hatte. Wir bekommen ein Wechselspiel aus Angst, Sorge, Schuldgefühl und Machtlosigkeit zu spüren, denn sie vermisst ihre „richtige“ große Schwester so sehr!

 

Eine berührende und zu Herzen gehende Geschichte, die uns die Hilflosigkeit dieser Situation für die Betroffenen vor Augen führt.

 


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