"Heldentage" von Martin Schäuble

Ab 12  Jahren

 

Nilo ist eigentlich ein ganz „normaler“ Teenager: er geht nur in die Schule, weil er muss, seine Mama nervt ihn und am liebsten würde er den ganzen Tag am Handy zocken. Als seine Mama Nilo damit konfrontiert, dass er immer nur am Handy ist - weder mit ihr spricht, noch etwas isst und sich schon gar nicht regelmäßig wäscht - kommt es zu einer Auseinandersetzung, die beide nicht erwartet hätten. Der eskalierte Streit führt dazu, dass Nilo am nächsten Tag nicht am Weg in die Schule ist, sondern mit seiner Mutter auf dem Weg zu einem Beratungsgespräch in einer Entzugsklinik. Dort angekommen nehmen die Ereignisse weiterhin schnell ihren Lauf: es wird entschieden, dass Nilo gleich dort bleiben soll. Fürs erste.

Man hätte vielleicht Gegenwehr erwartet, aber Nilo ist eigentlich egal, wo er ist, solange eine Aussicht auf Zocken besteht und da er gemeinsam mit Faris und seinem reingeschmuggelten Handy in die Klinik aufgenommen wird, fügt er sich schnell in sein Schicksal. Außerdem ist gerade ein Mädchen durch die Tür zur „geschlossenen“ Abteilung marschiert, das Nilos Interesse weckt.

Durch eine Aneinanderreihung von ungeplanten Ereignissen und Entscheidungen entpuppt sich Nilos Klinikaufenthalt schnell als Road-Movie und die Geschichte folgt dem Ausreißer-Trio Nilo, Faris und Mayla auf ein Abenteuer in Realitäten, mit denen die beiden Burschen zumindest nicht gerechnet hatten und in denen Zocken doch kaum noch eine Rolle spielt.

Mit Witz, Optimismus sind die „Heldentage“ von Martin Schäuble schnell und leicht zu lesen ohne, dass das große Drama die Show stiehlt.

 

 

 

 

Martin Schäuble, Heldentage

Hardcover

272 Seiten

Verlag: Fischer Sauerländer

Preis: 18,40€